CO2 - Emissionen in der Modeindustrie

CO2 - Emissionen in der Modeindustrie

Klimawandel und Treibhausgase

Der Klimawandel ist gerade aktueller denn je. Überall auf der Welt passieren Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder starke Brände und in der Politik wird heiß darüber diskutiert, wie die Geschwindigkeit der Erderwärmung eingedämmt werden kann. Eine große Rolle dabei spielt der weltweite Ausstoß von dem Treibhausgas CO2.

Aber warum ist dieses so schädlich für unseren Planeten? 

CO2, also Kohlenstoffdioxid ist ein natürlicher und überlebenswichtiger Bestandteil der Luft. Er absorbiert einen Teil der von der Erde ins Weltall abgegebenen Wärme und strahlt diese wieder auf die Erde zurück. Freigesetztes CO2 kann durch Gewässer gespeichert oder durch Pflanzen in Sauerstoff umgewandelt werden. Jedoch werden durch die Industrie Unmengen von CO2 produziert, die nicht mehr natürlich gespeichert oder umgewandelt werden können. Dadurch steigt der CO2 Anteil in der Luft und weniger Wärme kann ins Weltall abgegeben werden. Dies führt dann wiederum dazu, dass sich das Erdklima erwärmt.

Klimaneutralität bedeutet, dass die Umwelt weder positiv noch negativ beeinflusst wird. Wie wir wissen verbraucht jedoch jedes Unternehmen Ressourcen und Energie. Um die damit verbundenen Emissionen wieder auf 0 setzen zu können, müssen Gegen-Maßnahmen ergriffen werden. Momentan erreicht man daher Klimaneutralität meist nur durch Kompensation. In Zukunft muss allerdings versucht werden, alle Prozesse zu verbessern und möglichst klimaneutral zu gestalten, sodass an anderer Stelle nicht mehr so viel kompensiert werden muss.

Belastung durch die Textilindustrie

Es gibt schon viele Möglichkeiten die Umwelt zu schonen. In Supermärkten findet man Alternativen zu Fleisch oder Fisch, es gibt immer mehr lokale Läden mit Bio-Lebensmitteln oder Zero Waste Produkten und auch Mobilität wird immer grüner. Ein großer Punkt im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist unser Konsumverhalten. Dass vor allem die Fast Fashion-Industrie der Umwelt dabei großen Schaden zufügt, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Doch vielen ist nicht klar, wie stark die Modeindustrie zum Klimawandel beiträgt:

Der Studie „Fashion on Climate“ zufolge verursacht die Textilindustrie 2,1 Milliarden Tonnen CO2 jährlich. Das entspricht 4% der globalen Emissionen.1

Bei der Produktion von Kleidung entsteht ein hoher Verbrauch an Ressourcen wie Wasser, Energie oder Rohstoffe. Unser Kaufverhalten führt dazu, dass immer schneller große Mengen an Kleidung produziert werden. Teilweise gibt es bei Modeketten jede Woche neue Ware. Außerdem verbraucht die Produktion von Kleidung entlang der Wertschöpfungskette viel CO2. Das beginnt schon beim Anbau der Rohstoffe für die Materialien, über die Garnherstellung bis zur Konfektion. Der Transport nimmt hierbei nur einen kleinen Teil des CO2-Ausstoßes ein.

Unser CO2 - Fußabdruck

Auch uns ist bewusst, dass dringend etwas getan werden muss, um den hohen Ausstoß von CO2 bei der Herstellung von Kleidung zu verringern. 

Aber auch wir als eco-faires und humanitäres Label können CO2 nicht vollständig vermeiden. Dennoch versuchen wir alles, um das Klima zu schützen und sind stolz darauf, was wir bisher schon erreicht haben. Bei den Materialien unserer Kleidung achten wir auf eine hohe Umweltverträglichkeit. Wir verwenden Bio-Baumwolle und Lyocell. Bio-Baumwolle hat den Vorteil, dass bei der Produktion weniger Wasser und Energie benötigt wird und ca. 46% weniger CO2 entsteht als bei konventioneller Baumwolle. Auch für die Bauern lohnt sich ökologischer Anbau, da der Ertrag hier deutlich höher ist.2

Lyocell gehört zu den regenerativen Cellulosefasern. Die Faser wird meist aus Holz gewonnen. Der Unterschied zu konventionellen Synthesefasern ist, dass Lyocell vollständig biologisch abbaubar ist und kein Mikroplastik verursacht wird. Der Chemikalienbedarf bei der Herstellung ist sehr niedrig und kann sogar bis zu 95% in den Kreislauf zurückgeführt werden.3

Neben den umweltschonenden Materialien vermeiden wir außerdem Plastik bei der Lagerung und beim Transport. Generell achten wir darauf, dass Müll bestmöglich vermieden wird. Unsere Kartons werden wiederverwendet und das Paketklebeband ist aus Papier. Die Kleidung kommt dann via DHL Go Green zu euch. 

Bei uns sollen alle Ressourcen so gut es geht verwertet werden. Zum Beispiel werden aus Stoffresten, die bei der Produktion unserer Kleidung entstehen, neue Produkte wie Scrunchies oder Brustbeutel hergestellt. Auch in unserem EYD-Office versuchen wir die Umwelt zu schonen. Unseren Strom beziehen wir von Polarsternenergie, unser Bankkonto haben wir bei der Ethikbank und die meisten unserer Mitarbeiter*innen kommen zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn ins Office.

Aber auch wir sind nicht perfekt! Es gibt immer noch Punkte, die wir verbessern können und auch sollten, um das Klima noch besser zu schützen. Bei unserem Transport nach Deutschland müssen wir aktuell noch den Versandweg via Luftfracht beanspruchen. Wir wissen, dass das keine nachhaltige Lösung ist und versuchen einen Weg zu finden den Transport umweltfreundlicher zu gestalten.

EYD x COKO - der Umweltbeitrag

Die unvermeidbaren CO2-Emissionen auszugleichen und folglich dem Klima wieder etwas zurückzugeben, ist wie wir finden, wichtiger denn je. Deshalb waren wir sofort begeistert, als die drei Jungs von COKO auf uns zukamen und uns von ihrer Mission erzählten.

Gründer COKO

Maik, Philipp und Patrick sind die Gründer von COKO: Ein junges Umweltschutz Startup, welches CO2-Emissionen in der Wertschöpfungskette von Fashion Artikeln berechnet. Ihr Ziel ist es dabei, die CO2-Emissionen zu verringern und Maßnahmen zu ergreifen, die positive Auswirkungen auf das Klima haben. Dabei arbeiten sie weltweit mit Umweltschutzprojekten zusammen.

Die Reise mit COKO begann und nach zahlreichen Meetings wurde die gesamte Wertschöpfungskette jedes einzelnen EYD-Produkts ganz genau unter die Lupe genommen.

  

Umweltbeitrag

Nach großer Recherche und vielen Berechnungen entstand ein individueller Umweltbeitrag pro Fashion Artikel, mit dem ihr ab jetzt bei eurem Einkauf zwei Umweltschutzprojekte unterstützen und dadurch den CO2-Fußabdruck eures Lieblingsartikels ausgleichen könnt. So habt ihr die Möglichkeit uns ganz aktiv auf der Reise zu einer grüneren Zukunft zu begleiten.

 

 

 

Zusammensetzung des Umweltbeitrags

T-Shirt Grafik Zusammensetzung Umweltbeitrag

Der freiwillige Umweltbeitrag setzt sich individuell pro Fashion Artikel zusammen. 

Jedes Kleidungsstück hat dabei je nach Material, Flächenherstellung, Färbung einen unterschiedlichen CO2-Ausstoß, wonach der freiwillige Umweltbeitrag pro Produkt verschieden ist. 

Diese T-Shirt-Grafik dient dabei der Veranschaulichung der entstehenden CO2-Emissionen und beziehen sich auf die Ø-Werte der einzelnen Prozesse aller Kleidungsstücke bei EYD. 

  

Umweltprojekte

Mit dem freiwilligen Umweltbeitrag wird zum einen die Organisation SKG Sangha unterstützt, die sich für den Bau von Biogasanlagen in Indien einsetzt, sowie das Umweltschutzprojekt „Project Wings“, das ein Recyclingdorf in Indonesien baut. 

SKG Sangha ist eine indische Organisation, die in den letzten Jahren erfolgreich über 160.000 Biogasanlagen in Indien umgesetzt hat. 

In Indien herrscht ein altbekanntes Problem: Um Kochen und Heizen zu können sammeln täglich Frauen und Kinder Feuerholz. Dies ist vor allem körperlich anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch, sodass Kindern keine Zeit für ihre schulische Bildung und Frauen keine Zeit für einen Beruf bleibt. Der lebensbedrohliche Rauch, der durch das Verbrennen von Holz in den Häusern entsteht, stellt ein weiteres Problem dar. Durch die gebauten Biogasanlagen wird der Ausstoß von Treibhausgasen erheblich reduziert und die Abholzung der Wälder wird vermindert. Neben den umwelt-verbessernden Maßnahmen, wird die große Arbeitslast auf die Frauen und Kinder verringert. Die Kinder können deshalb wieder in die Schule gehen und die Frauen können durch den Verkauf von Bio-Dünger, der als Nebenprodukt entsteht, ihr eigenes Geld verdienen. Anstatt dass lokale Bauern und Bäuerinnen Erdölprodukte oder chemische Düngemittel benutzen, kann nun Bio-Kompost verwendet werden. Dadurch haben die Bauern und Bäuerinnen höhere Erträge und sicheres Einkommen.4

SKG Sangha SKG Sangha

Das zweite Umweltschutzprojekt, welches mit dem freiwilligen Umweltbeitrag unterstützt wird, ist von Project Wings.

Project Wings behandelt eines der größten Probleme in Indonesien, denn dort gibt es kein funktionierendes Recyclingsystem. Plastik wird demnach verbrannt oder im Fluss entsorgt. Dieses Projekt hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, ein Recyclingsystem auf die Beine zu stellen, bei dem das weltweit größte Recyclingdorf entstehen soll. 

Das Besondere an dem System: Menschen sammeln wilden Plastikmüll aus der Natur ein, säubern und trocknen ihn, um das Plastik anschließend in PET-Flaschen zu stopfen. So entstehen 500g schwere sog. „Ecobricks“, die Project Wings für je 5.000 IDR (rund 30 Cent) abkauft. Diese gefüllten Plastikflaschen sind der Grundbaustein des Recyclingdorfes. Mithilfe von Lehm und Bambus werden die Ecobricks von der Umwelt isoliert und die Entstehung von Mikroplastik sowie der Austritt von CO2 verhindert.

Project Wings - Reyciclingdorf

Das Ziel des Recyclingdorfes ist ein selbsttragendes und von Einheimischen geführtes System. Unter den nachhaltigen Bauwerken sind z.B. ein vollausgestattetes Klassenzimmer, eine Sanitäranlage, ein Coworking Büro, eine Culture Kitchen, ein Sportplatz und vieles mehr. Auf diese Weise werden rund 250 Tonnen an Plastikmüll aus der Natur entfernt und für Neues genutzt. Project Wings schafft zahlreiche, faire Arbeitsplätze vor Ort, stärkt die regionale Marktwirtschaft, setzt sich für Artenschutz und Regenwaldaufforstung mithilfe von Kooperationspartner*innen ein und schafft Bewusstsein und Reflexion rund um das Thema Plastik und nachhaltiges Leben. Wir freuen uns sehr, dass Project Wings durch den Umweltbeitrag unterstützt werden kann.5 

Mit COKO und dem damit verbundenen Klimaschutzbeitrag gehen wir gemeinsam mit euch einen Schritt weiter in eine grünere Zukunft.

Wir lernen immer mehr dazu, wie wir die Umwelt und gleichzeitig auch alle Lebewesen auf unserem Planeten schützen können. Falls ihr Anregungen oder Ideen habt, was wir noch besser machen können, freuen wir uns, von euch zu hören. Auch wir sind noch lange nicht am Ende der Reise.

 

https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/industries/retail/our%20insights/fashion%20on%20climate/fashion-on-climate-full-report.pdf
https://my-green-choice.de/magazin/bio-baumwolle/
3 https://fashionchangers.de/was-du-ueber-die-textilfaser-lyocell-wissen-solltest/
4 https://www.skgsangha.org/focus-areas.html
https://www.project-wings.de
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